Stationiert in Nagasaki, vertreibt sich der amerikanische Marineleutnant Benjamin Franklin Pinkerton die Zeit mit Cio-Cio-San, genannt Butterfly.
Fasziniert von diesem Land, "in dem die Häuser so flexibel sind wie die Verträge", und der Möglichkeit, eine schöne Geliebte auf Zeit zu besitzen, missachtet er Warnungen und heiratet die junge Japanerin nach Landesbrauch. Für ihn ist sie auch nach diesem Bund nicht mehr als ein "Spielzeug", für Cho-Cho-San bedeutet dieser Akt aber den Bruch Familie und der Tradition. Pinkerton indes kehrt, ganz im Stile heutiger Sextouristen, kurze Zeit später nach Amerika zurück, lässt die schwangere Cio-Cio-San zurück und ehelicht in der Heimat seine Verlobte Kate. Drei Jahre wartet "Butterfly" sehnsüchtig auf den Geliebten, ihr gemeinsamer Sohn wächst heran. Erst als Pinkerton mit seiner Frau nach Nagasaki zurückkehrt, um das Kind in die USA mitzunehmen, begreift sie, dass sie hintergangen wurde und nimmt sich das Leben.
Puccini beschreibt einen Kultur- und Geschlechter-Konflikt, der Kolonialismus des Westens über die Kultur des Ostens verbindet sich mit dem rigiden männlichen Besitzanspruch, der der Frau keinerlei rechte zubilligt. Das Drama des Missbrauchs und Betrugs erzählt der Komponist mit einer äußerst sensiblen und filigranen Klangsprache, die mit Themen und Motiven im japanischem Stil und Instrumenten wie Gongs, Glocken und Glockenspielen fernöstliches Kolorit integriert. Uraufgeführt am 17. Februar 1904 in der Mailänder Scala, wurde die Oper bald Puccinis erfolgreichstes Stück.
Musikalische Leitung: Erich Wächter
Inszenierung: Ute M. Engelhardt
Nadja Betke
Andrea Freitag
Erika Loest